Wenn wir über psychische Erkrankungen sprechen, meinen wir ein sehr breites Spektrum an Störungen, von leichten Depressionen bis hin zu Schizophrenie. Vereinfacht gesagt, ist eine psychische Erkrankung ein Zustand, der die Fähigkeit eines Menschen beeinträchtigt, angemessen zu denken, zu fühlen, Informationen zu verarbeiten und auf Lebenssituationen zu reagieren. Das menschliche Gehirn ist die Steuerzentrale unseres Körpers; wenn diese nicht richtig funktioniert, ist alles andere betroffen, was zu verletzenden oder schädlichen Gedanken und Handlungen führen kann. Psychische Erkrankungen können unsere Sicht auf Gott und unsere Mitmenschen verzerren. Manchmal tragen sie zu sündhaftem Verhalten bei. Doch die gute Nachricht ist: Gott ist ein mitfühlender Gott, der unsere Kämpfe sieht und uns helfen kann, mit psychischen Erkrankungen umzugehen und uns sogar Hilfe, Heilung und Hoffnung schenkt!
Tatsächlich verstehen viele Menschen psychische Erkrankungen noch nicht vollständig. Es gibt viele Ursachen für psychische Erkrankungen. Manche sind erblich bedingt, andere beruhen auf hormonellen oder chemischen Ungleichgewichten. Viele Faktoren wie Ernährung, Bewegung und Schlaf beeinflussen die psychische Gesundheit. In den meisten Fällen können professionelle Beratung, die richtige Medikation und eine kompetente Therapie die Symptome lindern. Manche psychischen Erkrankungen entstehen durch traumatische Erlebnisse oder Missbrauch in der Kindheit und müssen daher sorgfältig behandelt werden.
Es gibt einen weiteren Faktor, der oft übersehen wird. Häufig hat das, was wir psychische Erkrankungen nennen, eine spirituelle Komponente, die, wenn sie unbehandelt bleibt, den Betroffenen gefangen hält. Wir sind nach dem Bild Gottes geschaffen. Er ist ein dreieiniges Wesen – Gott, der Vater, Gott, der Sohn, und Gott, der Heilige Geist. Er hat uns nach seinem Bild geschaffen: Geist, Seele und Leib. Als Geschöpfe nach Gottes Bild haben wir ein Leben, das sich vom Leben der Tiere oder Pflanzen unterscheidet. Apostelgeschichte 17,28 sagt uns: “In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir.” Die Bibel lehrt uns auch, dass wir ohne Christus in unserem Leben von Gott und allem, was er uns schenken möchte, getrennt sind. Dieses Geschenk kommt aus der Erkenntnis Gottes und der Beziehung zu ihm. Tatsächlich lehrt uns die Bibel, dass wir ohne diese Beziehung in unseren Sünden und Übertretungen tot sind, das heißt, wir sind geistlich tot und können nicht als ganze Wesen leben (Epheser 2,1-3). Es entsteht eine Leere, und oft versuchen wir, sie mit anderen Dingen zu füllen. Doch all das lässt uns letztendlich im Stich und kann zu psychischen Erkrankungen beitragen. Der erste Schritt zu spiritueller Heilung ist, unsere Bedürftigkeit zu erkennen und durch den Herrn Jesus Christus das ewige Leben zu empfangen. In dem Moment, in dem wir Christus annehmen, belebt er unseren Geist, das heißt, wir werden in Christus lebendig gemacht und zu einer neuen Schöpfung (Epheser 2,4-10). Doch selbst diejenigen, die durch den Herrn Jesus eine Beziehung zu Gott haben, besitzen manchmal noch falsche Vorstellungen davon, wer Gott ist. Wenn wir nicht verstehen, dass wir sein Werk sind (oder sein …) MeisterwerkSünde kann uns negativ beeinflussen und unser Selbst- und Fremdbild prägen (Epheser 2,10). Sie kann auch unsere Gemeinschaft mit Gott stören und unsere psychische Gesundheit beeinträchtigen. Deshalb werden Christen ermahnt, regelmäßig mit Gott, dem Vater, zu sprechen (1. Johannes 1,3-9). Wir sind besser gerüstet, mit psychischen Erkrankungen umzugehen, wenn wir von Gottes Wahrheit durchdrungen sind und eine lebendige Beziehung zu ihm pflegen.
Viele berufen sich auf Deuteronomium 28,28, um zu behaupten, psychische Erkrankungen kämen von Gott selbst: “Der Herr wird euch mit Wahnsinn, Blindheit und Verwirrung des Herzens schlagen.” Doch mit solch einer pauschalen Aussage ist Vorsicht geboten. Das mag im Fall Nebukadnezars in Daniel 4,31-32 zutreffen, aber was ist mit dem Blinden in Johannes 9,1-3? “Als er vorüberging, sah er einen Mann, der von Geburt an blind war. Und seine Jünger fragten ihn: ‘Rabbi, wer hat gesündigt, dieser Mann oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?’ Jesus antwortete: ‘Weder dieser Mann noch seine Eltern haben gesündigt, sondern es sollte an ihm offenbar werden, was Gott wirken kann.’” Dies unterstreicht ein sehr wichtiges Prinzip: Gott ließ diesen Blinden nicht als Strafe für ein Vergehen leiden, sondern damit seine Werke sichtbar würden. Das Leiden dieses Mannes, das ihm jahrelange Not und Scham bereitete, führte schließlich dazu, dass der Herr Jesus seine Macht offenbarte, und das ganze Ereignis brachte die Erlösung des Mannes! Der Apostel Paulus ist ein weiteres Beispiel dafür. Dreimal flehte er den Herrn an, ihm den Stachel im Fleisch zu nehmen. Der Herr nutzte dies, um zu zeigen: “Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.”
Geistige Krankheit ist oft ein wesentlicher Bestandteil psychischer Erkrankungen. Wenn unsere Seele geheilt und heil ist, kann unser Verstand klar denken. Ein Bibelvers, den fast jeder kennt, ist Psalm 23, der vom Herrn als unserem Hirten spricht. Vers 3 erinnert uns daran, dass er unsere Seele heilen kann. In den Psalmen 42 und 43 lesen wir dreimal: “Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken für die Hilfe seines Angesichts.” Doch in Psalm 42,6 erkennt der Psalmist die Notwendigkeit, zu Gott zu rufen: “Mein Gott, meine Seele ist betrübt in mir.” Dies ist der Schlüssel, um uns bei der Entmutigung zu helfen, die zu Depression und Verzweiflung führen kann. Der bekannte Charles Spurgeon sagte einmal: “Der Geist kann viel tiefer sinken als der Körper, denn in ihm gibt es bodenlose Abgründe. Das Fleisch kann nur eine bestimmte Anzahl von Wunden ertragen, nicht mehr, aber die Seele kann auf zehntausend Arten bluten.” Im Alten Testament lesen wir immer wieder von Menschen, die unter großer Entmutigung, Depressionen oder gar Verzweiflung litten. Männer wie Jona, Elia (1. Könige 19,4) oder auch David (Psalm 6,6-7; 32,3-4). Hier sei jedoch darauf hingewiesen: Nicht jede psychische Erkrankung ist auf Sünde zurückzuführen. Vieles, was wir heute als psychische Erkrankung bezeichnen, kann aber durch eine Entfernung von Gott verursacht werden. Sünden wie Unversöhnlichkeit (2. Korinther 2,10-11), Bitterkeit (Hebräer 12,15), Angst und Furcht (Philipper 4,6-7) und geringes Selbstwertgefühl können unsere Seele schwer schädigen. Es heißt, wenn unsere Seele verletzt ist, können wir nicht klar denken.
Der Herr Jesus half oft Menschen, die wir heute als psychisch krank bezeichnen würden, erkannte aber gleichzeitig die dämonischen Kräfte, die in ihnen wirkten (Markus 1,34; Lukas 11,14). In Markus 5,1-20 wird uns ein solcher Mann vorgestellt. Viele würden ihn heute für psychisch krank halten. Er lebte in Gräbern, unter den Toten. Oft wurde er von der Gesellschaft gefesselt, doch niemand konnte ihn heilen. Er ritzte sich oft selbst und schrie um Hilfe (Markus 5,3-5). Aber der Herr Jesus konnte ihn heilen, und der Mann war wieder gesund (Markus 5,15). Nicht alle psychischen Erkrankungen sind auf dämonischen Einfluss zurückzuführen, doch es mag Menschen geben, bei denen heute eine psychische Erkrankung diagnostiziert wird und die unter dämonischem Einfluss stehen. Solche Menschen brauchen vor allem die geistliche Befreiung, die ihnen die Hingabe an den Herrn Jesus schenken kann.
Der Herr Jesus hatte Mitleid mit denen, die in Not waren (Matthäus 14,14), und so sollten auch wir sein. Menschen mit psychischen Erkrankungen dürfen nicht verurteilt werden; vielmehr sollen wir ihnen Mitgefühl und Liebe zeigen, indem wir für sie beten (Jakobus 5,14). Wir dürfen nicht annehmen, dass eine psychische Erkrankung die Folge von Sünde oder dämonischem Einfluss ist; dennoch sollten wir diese Möglichkeiten nicht außer Acht lassen, wenn wir jemandem helfen wollen oder selbst Hilfe suchen. Heute stehen uns viele Wege zur Verfügung, um Menschen mit psychischen Erkrankungen zu helfen, darunter Medikamente, christliche Psychiatrie und Beratung. Dieser Bereich wird im Leib Christi oft vernachlässigt. Doch gerade hier sollten wir Gottes Hilfe suchen, um diejenigen zu ermutigen und zu stärken, die mit psychischen Erkrankungen kämpfen.
Einige Bibelstellen, die uns beim Nachdenken ermutigen können, sind Matthäus 11,28-29; Römer 8,38-39; Psalm 34,17-18; Jesaja 40,31; 1. Petrus 5,6-7. Es ist hilfreich, die Psalmen zu lesen und auf die Gefühle dieser gottesfürchtigen Männer zu hören, die mit Mutlosigkeit, Depression und Verzweiflung kämpften. Achten Sie beim Lesen darauf, wie der Herr sie aus diesem Zustand befreite.