Er kennt das Herz
Da brachten die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau zu ihm, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: “Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch ertappt, auf frischer Tat. Mose hat uns im Gesetz geboten, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du dazu?”
Johannes 8:3–5
Die Begegnung mit der beim Ehebruch ertappten Frau bildet den Auftakt zu den ersten elf Versen von Johannes 8. Sie eröffnet ein Kapitel voller Gegensätze und Konflikte: Gnade und Gesetz (V. 1–11), Licht und Finsternis (V. 12–20), Leben und Tod (V. 21–30), Freiheit und Knechtschaft (V. 31–47), Ehre und Schande (V. 48–59). Doch es beginnt mit der direkten und lebensverändernden Begegnung dieser Frau mit dem Herrn Jesus.
Im Gegensatz zu der Frau mit dem Blutfluss – die in Matthäus 9, Markus 5 und Lukas 8 erwähnt wird –, die freiwillig und voller Erwartung zu Jesus kam, kam diese Frau nicht aus freiem Willen. Sie war gezwungen Sie werden, nachdem sie beim Ehebruch ertappt wurden, in den Tempelhof gezerrt. Die ganze Szene wirkt fast inszeniert, denn die erste Frage, die sich stellt, lautet: Wo ist der Mann?
Das Gesetz besagte eindeutig, dass beide Teilnehmer, die beim Ehebruch ertappt wurden, sollten zur Rechenschaft gezogen werden (Levitikus 20,10; Deuteronomium 22,22). Warum wurde also nur die Frau vorgeführt? Der Text gibt die Antwort: “Das sagten sie, um ihn auf die Probe zu stellen, damit sie etwas hätten, womit sie ihn anklagen könnten.” (v. 6).
Diese Frau wurde als Köder benutzt, um Jesus in eine Falle zu locken. Doch der Herr kannte alle Menschen und wusste, was in ihren Herzen vorging (Johannes 2,24–25). Er kannte die Herzen ihrer Ankläger und das Herz der Frau, die vor ihm stand.
Anstatt sie sofort zu verurteilen, urteilte er über sie. die Richter und sagte:, “Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.” Gemäß dem Gesetz mussten die Ankläger die ersten Steine werfen (5. Mose 17,7). Von ihrem Gewissen überführt, begannen sie wegzugehen – angefangen beim Ältesten und endend beim Jüngsten (V. 9).
Die Frau stand nun allein mit dem Herrn Jesus. Er, der Sündlose, war der Einzige, der das Recht hatte, sie zu verurteilen. Vielleicht erwartete sie, dass sein gerechtes Urteil aus ihrem Mund kommen würde. Doch stattdessen hörte sie diese gnädigen Worte: “Auch ich verurteile dich nicht; geh und sündige nicht mehr.”
Seine heilige Gegenwart enthüllte an jenem Tag jedes Herz, und er verkündet weiterhin., “Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.”
Anker für heute:
Oh, welch ein Retter ist Jesus, der Herr!,
Sein Name werde von seinen Heiligen verehrt!
Er hat sie mit seinem Blut von der Hölle erlöst.,
Er rettete sie für immer und brachte sie zu Gott.
Nun wartet er darauf, die Herrlichkeit zu offenbaren.
Friede dem Gewissen und Freude dem Herzen —
Wartet darauf, gnädig zu sein, zu vergeben und zu heilen
Alle, die ihre Sünde und ihr Elend spüren.
Tausende sind zu seiner von Speeren durchbohrten Seite geflohen.,
Sie alle wurden willkommen geheißen, niemandem wurde die Zuwiderhandlung verweigert;
Müde und beladen, aber alle sind sie gesegnet worden.,
Nun ruhen sie freudig in dem Erlöser.