Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Warum bist du so fern von meiner Hilfe und von den Worten meines Stöhnens?
Psalm 22:1
Vier Psalmen, die prophetisch vom Tod Jesu Christi sprechen, beleuchten seinen Tod jeweils aus unterschiedlichen Perspektiven. Psalm 40, der Brandopferpsalm, stellt Gottes Absichten in den Mittelpunkt; Psalm 69, der Schuldopferpsalm, betont die Strafe; und Psalm 22 beschreibt das Leiden des Herrn als Sündopfer. Zwar gibt es keinen spezifischen Psalm, der dem Friedensopfer entspricht, doch vermitteln mehrere, wie etwa Psalm 85 oder Psalm 118, einen ähnlichen Eindruck.
Psalm 22 ist der erste von drei Psalmen, die den Herrn Jesus als den Hirten offenbaren. In Psalm 22 sehen wir ihn als den Guten Hirten, der sein Leben für die Schafe hingibt (Joh 10). Psalm 23 offenbart ihn als den Großen Hirten, der für seine Schafe sorgt (Hebr 13,20–21). Psalm 24 stellt ihn als den Obersten Hirten dar, der in Herrlichkeit wiederkehrt (1 Petr 5,4). Diese Psalmen werden auch als die Psalmen des “Kreuzes, des Hirtenstabes und der Krone” bezeichnet.”
Dieser Psalm ist in zwei Hauptteile gegliedert: den leidenden Erlöser (V. 1–21a) und die Segnungen, die aus seinen Leiden hervorgehen (V. 21b–31); oder, wie Petrus sagen würde, “die Leiden Christi und die Herrlichkeiten, die folgen würden” (1 Petr 1,11).
Im Abschnitt über den leidenden Erlöser sehen wir die Leiden des Erlösers auf dreierlei Weise. Zuerst durch die heiligen Hände Gottes (V. 1–6a), dann durch die hasserfüllten Hände der Menschen (V. 6b–18) und schließlich durch die feindseligen Hände Satans (V. 19–21a).
Ob wir diesen Psalm symbolisch, historisch, prophetisch oder messianisch deuten, wir müssen “unsere Schuhe ausziehen”, denn wir befinden uns auf heiligem Boden! Lies diesen Psalm langsam und aufmerksam und halte inne, um demjenigen zu danken, der dich geliebt und sich für dich auf Golgatha hingegeben hat!
Anker für heute:
Du hast uns verlassen, du hast uns von Gott zur Sünde gemacht.
Wir gedenken Deiner Qual, Deines Schmerzes unter der Rute;
Wir danken Dir für Deine Schmerzen, Dein Leiden und Dein Leid;
So klein unsere Herzen auch sein mögen, sie können diese Tiefen ergründen. Herr Jesus, unsere Herzen können sie erfassen.
– Anonym