Denken wir nur daran, wie geduldig Gott mit Jona war. Wir kennen die Geschichte, aber was mich so erstaunt, ist, dass Jona die ganze Zeit, als er vor Gott floh, wusste, dass Gott geduldig ist! Schauen wir, was er in Jona 4,1-2 sagt: “Da wurde Jona sehr unwillig und zornig. Und er betete zum HERRN und sprach: ‘Ach, HERR, habe ich das nicht gesagt, als ich noch in meinem Land war? Darum bin ich zuvor nach Tarsis geflohen; denn ich weiß, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, geduldig und reich an Güte, der vom Bösen ablässt.’” Jona wusste, dass dies der Gott der Geduld ist!
Paulus ermahnt Timotheus und jeden Prediger: “Verkündige das Wort! Tritt dafür ein, ob es gelegen ist oder nicht. Überführe, weise zurecht, ermahne mit aller Geduld und Lehre” (2 Tim 4,2). Manchmal erwarten wir von den Gemeindemitgliedern oder neuen Gläubigen, dass sie es sofort verstehen, aber wir vergessen dabei, wie lange wir selbst gebraucht haben, um es zu begreifen, und wie geduldig Gott mit uns war!
Wir alle haben Gottes Geduld in unserem Leben erfahren. Manchmal sagen wir sogar zu anderen: “Habt Geduld mit mir; Gott ist noch nicht fertig mit mir.” Das Merkwürdige ist: Wir wünschen uns, dass andere Geduld mit uns haben, sind aber selbst nicht immer bereit, Geduld mit anderen zu haben! Doch wenn wir vom Heiligen Geist erfüllt und geleitet werden, ist Geduld, oder Langmut, eines der Zeichen dieser Führung (Galater 5,22).
In Epheser 4,2-3 werden wir ermahnt: “Seid demütig und sanftmütig, seid geduldig und ertragt einander in Liebe. Bemüht euch, die Einheit des Geistes durch das Band des Friedens zu bewahren.” Wenn uns die Liebe, die in uns ausgegossen wurde, bewegt, dann sollten wir sie auch zeigen. Im “Kapitel der Liebe” (1. Korinther 13) lesen wir unter anderem: “Die Liebe ist langmütig.”
Paulus wusste genau, wie wichtig Geduld und Langmut sind, und er erwähnt sie immer wieder in seinen Briefen an das Volk Gottes. In Kolosser 1,9-11 betete er: “Deshalb beten wir auch seit dem Tag, an dem wir davon hörten, unaufhörlich für euch und bitten, dass ihr mit der Erkenntnis seines Willens in aller Weisheit und geistlichem Verständnis erfüllt werdet, damit ihr des Herrn würdig wandelt und ihm in allem wohlgefällig seid, indem ihr Frucht bringt in jedem guten Werk und wachst in der Erkenntnis Gottes, gestärkt mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht, zu aller Geduld und Langmut mit Freude.” Später im selben Brief sagt er: “So zieht nun an als Auserwählte Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; ertragt einander und vergebt einander, wenn jemand gegen einen anderen eine Klage hat; wie auch Christus euch vergeben hat, so sollt auch ihr tun” (Kol 3,12-13).
Vielleicht liegt einer der Gründe für die vielen zerbrochenen Beziehungen, die vielen Probleme in Familien und Gemeinden darin, dass wir aus den Augen verloren haben, wie geduldig der Gott der Geduld ist! Vielleicht ist dies auch einer der Gründe, warum wir so schnell dazu neigen, einander zu verwerfen und zu missachten!
Anker für heute:
Mögen wir ihn immer mehr als den Gott der Geduld erkennen, und möge er uns helfen, einander gegenüber dieselbe Geduld zu zeigen!