Petrus, ein Apostel Jesu Christi, an die Pilger der Zerstreuung in Pontus, Galatien, Kappadokien, Asien und Bithynien.
1 Petrus 1,1–2
Der Apostel Petrus schreibt diesen Brief an Gläubige, die in einer feindseligen Welt leben – einer Welt, die denen feindlich gesinnt ist, die für Christus leben wollen.
Obwohl sie über die ganze Region verstreut sind, möchte Petrus, dass sie ihre Stellung in Christus erkennen. Er nennt sie Pilger, also Menschen, die nicht dazugehören, nur auf der Durchreise sind, die nicht in ihrer Heimat leben, sondern sich in einem fremden Land befinden. Er wollte ihnen bewusst machen, dass ihre “Heimat im Himmel ist” (Phil 3,20) und dass diese Heimat an erster Stelle stehen sollte. Sie mögen Bürger des Römischen Reiches sein, aber in Wahrheit sind sie Gottes Pilger, geistliche Fremde auf der Suche nach einer “Stadt mit festem Fundament, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist” (Hebr 11,10). Das bedeutet, dass ihre irdische Staatsbürgerschaft zweitrangig ist. Sie sollten sich als vorübergehend in einer fremden Welt lebend verstehen (vgl. 1 Petr 2,11–12).
Petrus rät ihnen nicht, sich von der Welt zurückzuziehen und in ein Kloster zu gehen, isoliert von der feindseligen Welt, in der sie lebten. Vielmehr wollte er sie mit der Lehre stärken, die sie im Kampf gegen den Teufel (5,7) festigen und befähigen sollte, “jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach dem Grund eurer Hoffnung fragt, und zwar mit Sanftmut und Ehrfurcht” (3,15). Gläubige kämpfen heute ständig gegen den Strom dieser Welt an. Verlieren wir unseren Platz in dieser Welt aus den Augen, werden wir entmutigt. Wir müssen unsere Augen auf die himmlische Hoffnung richten, sie in der Ferne sehen, sie ergreifen und bekennen, dass wir “Fremde und Pilger auf Erden” sind (Hebr. 11,13).
Anker für heute:
Wir sind Pilger in der Wüste: Unsere Behausung ist ein Lager;
Die geschaffenen Dinge, so angenehm sie auch sein mögen, tragen nun den Stempel des Todes.
– M. Bowley