Lieder in der Nacht
“Auch wenn der Feigenbaum nicht blüht und die Reben keine Früchte tragen, auch wenn der Ölbaum keinen Ertrag bringt und die Felder keine Nahrung liefern, auch wenn die Schafe aus dem Stall verschwinden und kein Rind mehr im Stall ist – dennoch will ich mich freuen am Herrn, will jubeln über den Gott meines Heils. Der Herr, mein Gott, ist meine Stärke; er macht meine Füße flink wie die Füße der Hirsche und lässt mich auf die Höhen wandeln. Dem Chorleiter. Mit meinen Saiteninstrumenten.”
Habakuk 3:17–19
Habakuk begann dieses Buch mit einem Herzen voller Trauer, doch er beendete es mit einem Lobgesang! Er war verwirrt über Gottes Handeln und besorgt über das Gericht, das über sein Volk kommen sollte. Anfangs sinnierte er über Gottes Wege, doch nun lobt er Gott. Was hat dieser Wandel bewirkt? In Kapitel zwei begann Habakuk, sich mit der Herrlichkeit Gottes auseinanderzusetzen und Gottes Weg mit seinem Volk vom Sinai nach Ägypten, durch das Rote Meer und ins Gelobte Land nachzuzeichnen. Nun, am Ende seiner Betrachtung, bekennt er, dass er, was auch immer geschehen mag, seinem Gott vertrauen wird!
Habakuk war sich bewusst, dass nach Babylons Herrschaft über das Land und dem Urteil nicht mehr viel übrig sein würde (2,17). Doch er wusste auch, dass Gott ungeachtet dessen weiterhin auf dem Thron sitzen würde! Er konnte sich freuen, denn der Herr, sein Gott, war seine Stärke und sein Lied. Seine Lippen mögen gezittert und seine Beine bebten (3,16), aber sein Herz begann zu singen! Angesichts all dessen, was Habakuk über die bevorstehenden Ereignisse prophezeit hatte, hätten die meisten Menschen geweint, doch er war bereit, Berge zu versetzen!
Ich denke an Markus 14,26. Der Herr Jesus wollte gerade den Bach Kidron überqueren und auf seinem Weg zum Kreuz nach Gethsemane gehen, als er ein Loblied sang und zum Ölberg hinausging. Paulus und Silas waren im Gefängnis von Philippi, geschlagen und eingesperrt, und dennoch stimmten sie gemeinsam in Lobgesang auf ihren Gott ein!
Der Herr kann uns Lieder schenken, selbst in der dunkelsten Nacht (Hiob 35,10). So wie wir uns tagsüber seiner Güte bewusst sind, so wird sein Lied uns auch nachts begleiten (Psalm 42,8). Der Psalmist könnte sagen: “Ich rufe mein Lied in Erinnerung in der Nacht; ich sündige in meinem Herzen, und mein Geist sucht eifrig.” Habakuk erlebte dies selbst, als er sich an seinen Gott freute, der sein Heil und seine Stärke war!
Anker für heute:
Der Herr ist imstande, dein Herz mit Lobgesängen zu erfüllen, selbst in den dunkelsten Nächten.