Der Psalm des Sündopfers (Teil 2)

Ich aber bin nur ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Menschen und verachtet vom Volk.
Psalm 22:6

In Psalm 22 finden sich mehrere Beschreibungen des Herrn Jesus, die auf sein Leiden und seine einzigartige Person und Stellung als Messias hinweisen. Zunächst hören wir ihn in diesem Vers prophetisch sagen: “Ich bin ein Wurm und kein Mensch.” Dieses Wort für Wurm Erscheint etwa 31 Mal im Alten Testament und wird oft mit “scharlachrot” oder “purpurrot” übersetzt.”

Der hier erwähnte Wurm heißt Tola; es ist ein kleiner Wurm, der sich von Pflanzen ernährt. Zerdrückt man ihn, erhält man einen wunderschönen, scharlachroten Farbstoff, der beständig und kostbar ist und von den Reichen getragen wurde. Tatsächlich bedeutet das Wort “scharlachrot” wörtlich „der Glanz des Wurms“. Wenn es auf den Herrn angewendet wird, erinnert es uns daran, dass er zermalmt werden musste, damit seine Herrlichkeit und sein Glanz sichtbar wurden. Es spricht von seiner Erniedrigung durch die Menschen, seiner Schmach und seiner Verachtung durch das Volk. Er wurde zermalmt und getötet, damit wir leben und mit den herrlichen Gewändern unserer Erlösung bekleidet werden können!

Der Ausdruck “und kein Mensch” bedeutet eigentlich “ein Niemand”. Das erinnert uns an das, was wir in Philipper 2,5–7 lesen: “Christus Jesus … entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich wurde.”

Ein weiterer Ausdruck findet sich in Psalm 22,20: “Errette mich vom Schwert, mein kostbares Leben aus der Gewalt des Hundes.” Der Ausdruck “mein kostbares Leben” wird von manchen mit “mein Einziger” übersetzt. Dieser Ausdruck wird im Neuen Testament fünfmal in Bezug auf den Herrn Jesus als den “Eingeborenen” verwendet. In Genesis 22,2 wird er auf Isaak angewendet, der ein Sinnbild für den Herrn Jesus ist. Der Herr Jesus ist der einzige, ewige Sohn Gottes. Selbst als er am Kreuz hing, nachdem er gelitten und seinen Geist aufgegeben hatte, rief der Hauptmann aus: “Wahrlich, dieser war Gottes Sohn!” (Mt 27,54).

Anker für heute:
Den Heiligen, der keine Sünde kannte, hat Gott für uns zur Sünde gemacht;
Der Erlöser starb, um unsere Seelen zu gewinnen, am schändlichen Kreuz.
Sein kostbares Blut allein vermochte unsere Sünden abzuwaschen;
Durch Schwäche bezwang er die Hölle, durch den Tod errang er den Sieg.
– Miss Burlingham