“Und Samuel fragte Isai: “Sind alle jungen Männer hier?” Isai antwortete: “Der Jüngste ist noch da; er hütet die Schafe.” Da sagte Samuel zu Isai: “Schick ihn her und lass ihn holen! Wir wollen uns nicht setzen, bis er da ist.””
1 Samuel 16:11
In 1 Samuel 16 lernen wir junge Menschen kennen. David. Hier erfahren wir, dass er auf den Weiden die Schafe seines Vaters hütete. Stellen Sie sich das einmal vor – es ist wohl kaum das, was wir als ideale Vorbereitung auf einen zukünftigen König bezeichnen würden. Aber genau das war es. David verbrachte viele Stunden auf den Weiden und passte auf die Schafe auf. Diese Zeit war gut investiert, denn in dieser Zeit lernte David die Gegenwart Gottes wirklich zu schätzen.
Stell dir David in einer ruhigen, dunklen Nacht vor, wie er in den sternenübersäten Himmel aufblickt. Während er die unzähligen Lichter betrachtete, erklärte er später: “Wenn ich deinen Himmel betrachte, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du dort hingestellt hast: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du dich seiner annimmst?” (Psalm 8,3–4).
Dies war Davids Übungsfeld, das ihn darauf vorbereitete, Gottes Volk zu hüten. Es war vermutlich eintönig, da er oft immer wieder dasselbe tat. Schließlich, wie aufregend können Schafe schon sein? Man stelle sich vor, wie einsam diese Nächte gewesen sein müssen. Doch die Stille dieses Übungsfeldes lehrte ihn, die Gegenwart Gottes zu genießen und oft mit ihm zu sprechen.
Es war nicht nur ein einsamer und eintöniger Ort, an dem man sich übte, sondern auch ein verborgener. David stand nicht im Rampenlicht; niemand sah, was er Tag für Tag tat. Dies lehrte ihn Treue – zum Herrn und zu den ihm anvertrauten Schafen.
Aus dieser Erfahrung heraus konnte David schreiben: “Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.” Er verstand seine eigene Verirrung wie die eines Schafes, das sich leicht vom Hirten entfernen konnte. Er wusste um seine Bedürftigkeit nach Gottes Gnade und Führung. Er konnte auch schreiben: “Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern.” Als junger Mann war Davids Leben von Stille geprägt, und er kannte die Freude der Gemeinschaft mit dem Herrn.
David war nicht perfekt, aber sein Herz war auf Heiligkeit gerichtet, und er wünschte sich, dass dies in seinem Leben sichtbar würde. Das sehen wir, wenn er sagte: “Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechten Wegen um seines Namens willen.” Als Hirte war David vielen Gefahren ausgesetzt, doch er lernte in diesen prägenden Jahren, auf den Herrn zu vertrauen. Er lernte auch, Gottes schützende und erziehende Hand zu schätzen, wie seine Worte belegen: “Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.”
David drückte seine Dankbarkeit für Gottes Fürsorge aus, als er schrieb: “Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde; du salbst mein Haupt mit Öl, und mein Becher fließt über.” Er offenbarte auch sein auf Gott gerichtetes Herz, als er erklärte: “Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.”
Anker für heute:
Wo immer du dich heute befindest, ist das Gottes Übungsfeld für dich. Der Herr formt und prägt dich für etwas, das er für dich vorbereitet hat. Es muss nicht unbedingt die Königswürde sein, aber er möchte dich gebrauchen, so wie er es mit David tat. Wie wirst du auf das reagieren, was du gerade durchmachst?