“Sie hören deine Worte, aber sie werden sie nicht befolgen.”
Hesekiel 33:31
“Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst.”
Jakobus 1:22
Der Prophet Ezechiel wirkte in einer finsteren Zeit. Es war sein Los, einer Generation zu prophezeien, die ihm zwar oberflächlich zuhörte, ihn mit einem Mann mit angenehmer Stimme verglich und anderen von seiner Predigt erzählte, aber nichts nach seiner Botschaft tat. Sie hörten seine Worte, aber handelten nicht danach.
Hesekiel war nicht der einzige Mann Gottes, dessen Predigten auf taube Ohren stießen. Schon zuvor hatte Gott Jesaja mitgeteilt, dass seine Botschaft die Augen verblenden, die Ohren verschließen und die Herzen verhärten würde, damit die Zuhörer nicht bekehrt und geheilt würden. Diese Worte finden sich später in jedem der vier Evangelien und noch später in der Apostelgeschichte und im Römerbrief wieder, um Israels verhaltene Reaktion auf den Dienst unseres Herrn und des Paulus zu erklären. Israel hörte zu, tat aber nichts.
Jakobus warnt vor demselben Übel. Wir zitieren üblicherweise nicht den ganzen Vers. Wir sagen: “Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein”, und dabei belassen wir es. Doch es gibt einen sehr ernsten Zusatz: “sich selbst betrügen”. Das ist das Schlimmste daran: Indem wir hören und nicht danach handeln, betrügen wir uns selbst.
Unser Herr warnte uns stets davor, nur zu hören, ohne danach zu handeln. “Wer diese meine Worte hört und nicht danach handelt, gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute.” “Wenn ihr dies wisst, seid ihr glücklich, wenn ihr danach handelt.” “Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.” “Was nennt ihr mich ‘Herr, Herr’ und tut nicht, was ich sage?” Im Missionsbefehl werden wir aufgefordert, hinzugehen und die Menschen zu lehren, das zu befolgen, was er geboten hat.
Eine der größten Sünden der Heiligen ist das Hören ohne Handeln. Es ist eine schwere Sünde, denn “wer Gutes zu tun weiß und es nicht tut, der sündigt”. Zu Hesekiels Zeiten hörten die Menschen den Prediger, lobten ihn, erzählten anderen von ihm, aber setzten die Botschaft nicht in die Tat um. Jahrhunderte sind vergangen, und heute hören wir Predigern zu, laden andere ein, ihnen zuzuhören, und gratulieren ihnen mit dem zweifelhaften Kompliment: “Ihre Predigt hat mir gefallen.” Aber wir tun nichts, was wir danach tun.
Vergessen wir nie: Auch wenn wir nach dem Hören nichts unternehmen, wirkt das Wort Gottes auf uns. Wie die Sonne Eis schmilzt und Lehm härtet, so kann das Wort Gottes das menschliche Herz demütigen oder verhärten. Die Wahrheit zu hören, ohne danach zu handeln, ist gefährlich. Geistliche Impulse, die nicht in die Tat umgesetzt werden, haben verheerende Folgen.
Anker für heute:
Sei ein Täter des Wortes.